Dieser Beitrag ist in erster Linie Horst und im weiteren, all jenen gewidmet, die sich für das Android-basierte Internet Tablet Archos 101 des gleichnamigen französischen Herstellers interessieren.
Ich möchte hier einfach meine Eindrücke, die ich in den letzten drei Wochen damit sammeln konnte, kurz schildern, um vielleicht die ein oder andere Kaufentscheidung zu beeinflussen.
Es war einmal …
Vor einigen Monaten bekam ich während einer Grillparty – es regnete, war aber nicht so kalt, wie heute – bei einem Freund ein iPad zwischen die Finger. Das Prinzip hat mich sofort begeistert. Auch die Bedienung und Haptik gefiel mir.
Es war klar: Bis Jahresende brauchte ich auch so etwas.
Fortan besuchte ich regelmäßig (oder, fast täglich!) Amazon und anderen Online-Händler und schaute mir dortige Internet Tablets an. Anfangs noch die iPads (mit ihren stolzen Preisen), später dann vor allem das Samsung Galaxy Tab. Letzteres war wirklich vielversprechend und hatte alles, was ich mir so vorstellen konnte, zu benötigen. Inklusive einem stolzen Preis. Ich hatte bereits ein G1 mit Android, wollte also eigentlich kein weiteres Telefon, sondern nur ein Surfbrett, auf dem man auch mal zwischendurch etwas spielen konnte. Für anfänglich 799,- € (mittlerweile unter 630,- €) einfach nicht machbar – vor allem aber, meiner besseren Hälfte gegenüber nicht verargumentierbar.
Archos-Geräte tauchten immer wieder in der Produktliste auf, entsprachen aber mit ihren Specs nicht dem, was ich mir vorstellte. Bis ich auf Youtube einen Messe-Bericht fand, in dem der “Reporter” ein Archos 10.1 in die Kamera hielt. Was dort so zu sehen war entsprach genau meinen Ansprüchen und daher setzte ich mich sofort vor meinen Rechner, um danach zu suchen. Fündig wurde ich wieder bei Amazon. Ein Archos 10.1 mit 16 GB internem Speicher wurde dort für 349,- € angrepriesen – mit einer Lieferzeit zwischen Ende Januar und Mitte Februar nächsten Jahres 
Davon ließ ich mich dann aber nicht entmutigen, und da ich mir nur eine Woche zuvor ein neues LG Android-Telefon zugelegt hatte, glaubte ich, die Wartezeit getrost verschmerzen zu können. Umso größer meine Verwunderung dann, als nach einer Woche die Versandbestätigung des Online-Händlers meiner Wahl eintraf. Offensichtlich hat Amazon eine frische Containerladung aus Frankreich erhalten.
Und los geht’s:
Innerlich hat es mich vor Vorfreude und Spannung ja zerrissen (wie als kleines Kind an Weihnachten), aber ich wollte nichts falsch machen. Daher hab ich den Akku (der fest eingebaut ist!) erstmal über die Steckdose aufgeladen, so wie es die kleine Betriebsanleitung verlangt. Schon während des Ladens habe ich natürlich damit rumgespielt, habe mir das mitgelieferte HD-Video angesehen und die Musik-Stücke angehört. Was mich im ersten Moment verwunderte war, dass ich das Gefühl nicht los wurde, dass der rechte obere Bereich nicht auf meine Touchscreen-Drücke reagierte; egal ob auf Icons auf dem Home-Screen oder bei Druck auf die Taste “I” im vertikalen Modus der Tastatur. Ich war schon drauf und dran das Ding wieder einzupacken und zurück zu schicken, weil ich an einen Fabrikationsfehler dachte. Irgendwann stieß ich dann allerdings in den Einstellungen auf die Option “Touchscreen kalibrieren”. Nachdem ich diese ausgeführt hatte, war dieses Problem vom Tisch.

Jetzt ging es weiter mit der Erkundungstour.
Neue Apps konnte ich mir über die Appslib installieren. Die sieht änhlich aus, wie der Google Market, bietet aber erheblich weniger Programme zum Download an. Und das war mein nächstes Problem. Was soll das? Ich hab ja schließlich kein iPad, wo Apple diktiert, welche Software zu haben ist und welche nicht, sondern ein Android-Tablet. Nach kurzer Recherche im Internet wurde mir dann klar, dass es den Google Market nur für Hersteller bzw. (Hardware-)Produkte gibt, die diverse Vorgaben seitens Google erfüllen, wie z.B. ein GPS-Empfänger und ein GPRS/UMTS-Empfängermodul. All das bietet das Archos 101 nicht. Die einzigen Schnittstellen zum Datenaustausch sind Bluetooth, WLan und USB-Kabel sowie MircoSD, Daher die Einschränkung, mit dem Appslib-Market leben zu müssen.
Es gibt zum Glück einen einfachen Weg, sich nachträglich die Google Market-App (und andere essentielle Google-Apps, wie Mail und Kalender) nach zu installieren. Dazu siehe meine letzten beiden Posts:
Hat man sich diese Brücke erstmal gebaut, dann gibt es für das Tablet kein Halten mehr. Neben meinem derzeitigen Lieblingsspiel Angry Birds hab ich mir diverse andere Apps und Spiele installiert und kann diese auch alle wunderbar verwenden. Und Angry Birds macht wirklich erst mit einem fast 30cm-Diagonale-breitem Screen so richtig Spass. Mit dem 1GHz Prozessor laggen die Level, die auf meinem LG ziemlich zäh zu spielen sind, kein bisschen, sondern laufen sehr flüssig und rund. Und überhaupt fallen dicke Wurstfinger nicht so sehr ins Gewicht, beim Spannen des Katapults genauso wie beim Schreiben von Text.
Den Default-Launcher hatte ich auch schnell ersetzt und zwar durch den adw.Launcher, einem wirklich schicken und schnellen Homescreen-Ersatz. Dieser läuft meines Erachtens nach auch flüssiger als der original Launcher.
Das End von der Geschicht
Um auf der Couch mal schnell die EMails zu checken, ein paar Youtube-Videos anzuschauen oder Facebook zu lesen ist das Gerät genau richtig. Die Akkuladung reicht bei mir, jenachdem wieviel Spielzeit aufkommt, für mehrere Abende. Ein wenig negativ ist mir allerdings das Display aufgefallen. Zum einen ist es mehr als überempfindlich – es reicht, mit dem Finger knapp darüber zu schweben, um einen Druck auszulösen – und zum anderen ist es relativ Blickwinkel abhängig. Hält man es zu schräg, dann verfälscht es die Farben.
Mittlerweile dürfen auch meine Kids ab und an damit spielen, z.B. eben Angry Birds oder auch Ausmalbilder machen. Für die Kleine ist es auch wesentlich einfacher auf dem großen Display zu drücken, als auf meinem Handy. Nur die meist schmutzigen, klebrigen Finger meiner Kinder bereiten mir da noch Kopfschmerzen. Vielleicht sollte ich mir deshalb noch eine Schutzfolie zulegen…
Bis heute habe ich den Kauf noch nicht bereut und kann nur sagen, das man für den Preis ein ordentliches Internet-Tablet erhält. Letztlich muss man nur für sich entscheiden, ob es als Zusatz zu einem Laptop oder PC nicht einfach nur ein weiteres Luxusgut ist, oder ob man es wirklich braucht.
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