Heute muss ich einfach mal die Social-Media-Applikation Yammer (www.yammer.com) vorstellen. Bei Yammer handelt es sich um einen Hybriden aus Facebook und Twitter, der im geschlossenen Benutzerkreis verwendet wird. Also z.B. von einem Verein, einem Studentenclub oder natürlich auch einem Unternehmen, worauf die Betreiber letztlich auch abzielen, indem sie es Enterprise Microblogging nennen. Das ganze wird als Software-as-a-Service angeboten, bedarf also keinerlei administrativen Tätigkeiten.
Ich habe nun in den letzten drei Tagen mit meinen Kollegen ein wenig mit Yammer herumexperimentiert und wollte damit nicht hinterm Berg halten. Darum hier im Folgenden ein paar erste Eindrücke.
Yammer grob skizziert
Das Look & Feel ähnelt wirklich sehr dem von Facebook und macht den Einstieg dadurch auch für die meisten Anwender zum Kinderspiel. Benutzer können einander folgen (Follow), wie man das von Twitter her kennt. Beiträge von Teilnehmern, denen man folgt, erscheinen dann im eigenen Feed. Obendrein gibt es noch einen Company-Feed, in dem alle Statusmeldungen, Links, Polls und Fragen angezeigt werden. Desweiteren lassen sich Gruppen einrichten (geheim und privat, sowie „öffentlich“). Erstellt man einen Event, so können die Mitleser dort hinterlegen, ob sie daran teilnehmen werden, oder nicht.
Alle Beiträge können mit Tags versehen werden, so dass man Zusammenhängendes dann auch auf einen Streich wiederfinden und lesen kann. Dies wird in Yammer als Topic bezeichnet. Das funktioniert wie mit den Twitter-Hashtags (#begriff).
Zudem lassen sich Dateien und Bilder hochladen, so dass man auch gleich ein kleines Content Management System (CMS) zur Verfügung hat.
Durchaus spannend kann auch das Organisations-Diagramm sein, in dem man Vorgesetzte und Kollegen eintragen bzw. erkennen kann. Dadurch weiß man immer, wen man eigentlich um Erlaubnis fragen muss
Immer und überall im Fluss
Damit man auch immer auf dem Laufenden bleibt, kann man den Yammer-Desktop-Client installieren. Dabei handelt es sich um eine Adobe Air-Applikation, die sich änhlich, wie die meisten Twitter-Clients, immer dann durch einen „Toast“ rechts unten am Desktop meldet, wenn im Feed etwas neues auftaucht. Für hartgesottene Zeitgenossen gibt es auch eine EMail-Benachrichtigung. Die flutet dann aber sicherlich schnell das eigene Postfach.
Ebenfalls gibt es je eine App für das iPhone, Blackberry, Windows-Phone und für Android-Geräte. Letztere habe ich auf meinem LG installiert und kann nur sagen, dass sie einwandfrei funktioniert. Neue Feed-Einträge werden auch in der Notification-Bar angezeigt, so dass einem nichts mehr entgeht. Wie sich ausserdem im Yammer-Blog nachlesen lässt, wird Yammer bereits von Seesmic Desktop 2 (einem dieser Multi-Social-Media-Clients) unterstützt. Dadurch kann man sich von einem weiteren Client befreien und hat seine Betriebs-Feeds gleich mit den Twitter-, Facebook- und weiß-nicht-was-Accounts kombinieren.
Mehr gibts für mehr $
Bis hierhin sind alle vorgestellten Features kostenfrei nutzbar. Erweiterte Funktionalitäten, wie z.B. die SharePoint-Integration oder Anbindung an ein firmeneigenes ActiveDirectory gibt es gegen (derzeit) 5$ pro Monat pro User. Die genauen Unterschiede zwischen der kostenfreien Basic und der Premium Version lassen sich auf der Pricing-Seite nachlesen.
Meine ersten Eindrücke sind sehr positiv und mir als altem SocMed (SM traue ich mich nicht zu schreiben) -Fan gefällt das System wirklich gut.
Und irgendwie braucht doch jedes Unternehmen einen Jammer-Zirkel … äh, sorry … Yammer






