Ich hatte letzte Woche das Vergnügen, mich mit Talends Master Data Management Lösung 5 Tage lang intensiv auseinanderzusetzen und muss sagen: Genial!
Mit der Version 4, die wohl für Mai 2010 antizipiert ist, wird uns ein wirklich großer Wurf gelingen. Die Lösung bietet alles, was man zum MDM benötigt – out-of-the-box und all-in-one.
Data Container und (Active) Data Model
Das Herzstück der Lösung ist der Data-Hub. Dieser kann in unterschiedliche Data Container unterteilt werden in denen wiederum unterschiedliche, frei definierbare Data Models verwaltet werden. Ein solches Datenmodell wird als XML-Struktur (genauer, als XSD) definiert und kann entweder mit den grafischen Boardmitteln Talend MDMs oder externen XML-Modellierungstools erstellt und gepflegt werden.
Änderungen an den Datenmodellen können zu jedem Zeitpunkt erfolgen, ohne dass zwangsläufig auch Bestandsdaten im Hub aktualisiert werden müssen.
Für bestimmte Benutzerrollen kann explizit der Schreib/Lese-Zugriff geregelt werden. Auch Pattern und andere Constraints können für jedes Element einer Entität (Stammdatensatz) hinterlegt werden. Ebenso ist die Verwaltung von Kardinalitäten möglich (meist 0..1). Durch die Angabe von Fremdschlüssel-Elementen lassen sich verschiedene Entitäten in Beziehung zu einander bringen.
Die verwendete XML-Datenbank, standardmäßig eXist, unterstützt idealerweise die Indexierung der Daten, so dass der Stammdatenbestand schnell durchsucht werden kann.
Der Inhalt des MDM Hub kann zusätzlich auch noch in beliebig vielen Versionen gehalten werden. Somit hat man die Möglichkeit zu jedem, zuvor versionierten Daten- und Konfigurationsstand, zurück zu springen.
Übrigens ist es auch leicht möglich, mehrere Hubs gleichzeitig zu betreiben und sich untereinander synchronisieren zu lassen. Somit kann gewährleistet werden, dass der Ausfall bzw. die Unerreichbarkeit eines einzelnen Hubs ein weltweit agierendes Unternehmen nicht lahmlegt.
Web-UI
In einer browserbasierten Oberfläche können neue Stammdaten in den Data Container eingepflegt und Bestehende geändert und gelöscht werden. Somit braucht ein Business-Anwender nicht mit dem Studio zu hantieren, sondern kann sich wirklich auf seine Aufgabe konzentrieren. Mithilfe von zuvor definierten Workflows kann dabei auch sichergestellt werden, dass bestimmte Master-Data-Records nur von berechtigten Personen verändert werden. Ein einfacher Sachbearbeiter sollte vielleicht nicht unbedingt in der Lage sein, seine Gehaltseinstellungen zu verändern. Stattdessen beantragt er, gestützt durch die Workflow-Engine, eine Änderung des Gehalts, die dann von einem Vorgesetzten akzeptiert oder angelehnt wird. Ein Workflow ist in seiner Komplexität nicht limitiert. Die zugrundeliegende BPM-Lösung Bonita von BonitaSoft macht das grafische Erstellen von Workflows möglich.
Generell lässt sich die Berechtigung bis auf Feldebene herunterbrechen. Dies geschieht bei der Definition des Datenmodells. Die im Active Data Model hinterlegten Constraints und Labels werden ohne weiteres Zutun im Browser umgesetzt. Dadurch werden Fehleingaben im Data-Hub verhindert.
Datenverteilung
Zur Entgegennahme und Verteilung der Master-Data-Records dient die Integration Suite. Mit ihr lassen sich entsprechende Jobs auf die bekannte visuelle Art erstellen, die die Daten entweder in bzw. aus den Hub holen, oder aber Validierungen oder Bereinigungen dieser vornehmen. Da die Integration Suite ein (Java) Codegenerator ist, sind hier dem Entwickler keine Grenzen gesetzt. Somit ist Talends MDM-Plattform wirklich nach allen Seiten hin offen und vollkommen transparent.
Workflows mit Bonita
Bei Stammdaten handelt es sich per Definition um unternehmenskritische Daten. Eine Änderung dieser Daten erfolgt meistens eher seltener. Vor allem aber sind Änderungen an den Stammdaten gewissen Regeln unterworfen. Hier gilt es Abhängigkeiten zu berücksichtigen, dort Berechtigungshierarchien abzubilden. Mit der Workflow-Engine von BonitaSoft ist das auf einfache Art möglich. Workflows werden in der Workflow-Perspektive angelegt und verwaltet. Erstellte Workflows werden dann mithilfe von Triggern in den Prozess mit eingebunden.
Vieles mehr
Das sind nur ein paar der Dinge, die Talend MDM ausmachen. Es gibt noch viel mehr zu entdecken und auch noch vieles, worüber ich bald schreiben werde.
Bis dahin kann ich nur eines empfehlen: Ausprobieren!
Übrigens: Weitere Infos zu Talend MDM gibts auch im Talend-Forum unter http://www.talendforum.de/thread-18.html





