SAP – oder wie ich total entnervt das Büro verlies
Okay, den Frust muss ich loswerden – und da bietet sich das eigene Blog ja geradezu an.
Nachdem Talend Open Studio ja (un)glücklicherweise SAP-Konnektoren enthält, ist nun heute der Tag gekommen, an dem ich mich nicht mehr davor verstecken konnte, diese auch mal einzusetzen.
Mal abgesehen davon, dass die Komponenten noch durchaus Potenzial zur Verbesserung haben, bin ich total entsetzt darüber, dass all die Klischees und Vorurteile, die ich in all meinen Jahren als Entwickler über SAP gehört, gelesen und geglaubt hatte, noch bei Weitem übertroffen wurden.
Gut, es scheint sich bei SAP R/3, NetWeaver 7.0 mehr um ein Betriebssystem als um eine Applikation zu handeln. Zumindest erweckt die Fülle an ABAP, BABIS, RFC, Objekten und Dingensen diesen Eindruck. Aber das reicht mir eigentlich nicht als Entschuldigung für die Eigenarten, mit denen SAP daherkommt.
Ich meine zu wissen, dass SAP nun schon einige Jahre (mehr als 25 oder so) auf dem Buckel hat. Damals gabs noch kein Windows (Vista), logisch. Aber wäre es denn nicht möglich gewesen, das GUI irgendwann mal an Windows-Standardcontrols anzupassen?
Die Bedienung der Dialoge, Menüs und Eingabecontrols ist so was von… naja, besch***en trifft’s wohl am besten.
Ich habe heute seitenweise zur Programmierung in ABAP gelesen. Ich glaube, ich habe mir nichts merken können.
Immerhin ist es mir gelungen, über eine vorhandene BAPI alle im SAP hinterlegten Währungen in Talend auszulesen. Morgen ist der Tag, an dem ich mal die tSAPOutput-Komponente probieren werde – ich will ja auch was nach SAP pumpen können.
Immerhin verstehe ich jetzt, warum SAP-Berater so gut bezahlt werden: Der Stundensatz unterscheidet sich gar nicht von einem normalen Software-Berater; es gibt jedoch noch einen Aufschlag obendrauf: Schmerzensgeld.
